Souveränes Selbstmanagement: So behältst du als Selbstständige den Fokus und erledigst produktiv die wichtigen Aufgaben!
Ob du dein eigenes Business gerade gestartet hast, oder schon seit ein paar Jahren selbstständig bist, das Thema Selbstmanagement beschäftigt dich! Denn du hast deinen Weg, dein Business entspannt und erfolgreich zu organisieren, noch nicht gefunden.
Statt dich morgens mit klarem Fokus und umsetzbaren To-Dos an deinen Schreibtisch zu setzen und am Nachmittag wieder zufrieden zu verlassen, sieht es bei dir eher so aus: Du jonglierst mit viel zu vielen Bällen gleichzeitig? Du hast das Gefühl, nicht genug zu schaffen und dich oft zu verzetteln? Und du fragst dich, wie du dich dauerhaft besser organisieren kannst?
Dann bist du hier genau richtig: In diesem Artikel erkläre ich dir, wie du dein Selbstmanagement besser in den Griff bekommst. Wir schauen uns dabei nicht nur ein paar Selbstmanagement Methoden genauer an, sondern ich gebe dir auch praktische Tipps und Übungen an die Hand, die dir dabei helfen werden, dich selbst zu organisieren und auf das Wesentliche zu fokussieren.
Was ist Selbstmanagement und warum ist es gerade für Selbstständige so wichtig?
Was genau versteht man unter Selbstmanagement? Ganz allgemein ist es die Fähigkeit, unabhängig und selbstständig für die Gestaltung der eigenen beruflichen oder persönlichen Entwicklung zu sorgen. Und damit ist auch schon klar, warum Selbstmanagement eine Schlüsselkompetenz für Selbstständige ist: anders als Angestellte haben sie keinen Chef, der ihnen sagt, was als nächstes zu tun ist. Und sie stecken in keinen Emailverteilern und Arbeitsgruppen, bei denen automatisch Aufgaben für sie abfallen.
Im Gegenteil: Selbstständige sind allein für sich und ihr Business verantwortlich. Sie setzen sich selbst Ziele, planen ihre Aufgaben, messen ihren Erfolg und wechseln den Kurs, wenn sie es für notwendig erachten. Sie betreiben also rund um die Uhr Selbstmanagement und müssen lernen, sich selbst zu organisieren.
Und damit wird klar: die Optimierung des eigenen Selbstmanagements ist ein großer Hebel. Dadurch wird nicht nur der Stress reduziert. Man sorgt auch für stabilere Einnahmen, ist motivierter, hat mehr Freizeit und ist damit insgesamt als Mensch zufriedener.
Wie organisiere ich mich? Die besten Selbstmanagement-Methoden im Überblick
Wie genau geht erfolgreiches Selbstmanagement? Dafür ist zuallererst wichtig zu sagen: es gibt kein Patentrezept. Jeder Mensch muss ausprobieren, was zu der eigenen Persönlichkeit passt. Ein kreativer Freigeist hat sicherlich ein anderes Selbstmanagement als ein strukturliebender Pragmatiker. Trotzdem können beide mit ihren Methoden eine erfolgreiche Selbstständigkeit führen.
Entscheidend ist, dass sie passende Lösungen für die wichtigen Teilbereiche des Selbstmanagements gefunden haben:
- Selbständig sinnvolle und authentische Ziele setzen,
- einen Plan und eine Strategie für die effiziente Umsetzung der Ziele erarbeiten,
- diesen Plan konsequent umsetzen,
- regelmäßige Fortschritts- und Ergebniskontrollen durchführen und
- daraus Maßnahmen zur Effizienzsteigerung ableiten (lernen).
Das klingt vielleicht nach starren Listen und strikten Vorgehensweisen. Doch in den folgenden Kapiteln zeige ich dir, wie unterschiedlich die Wege zu einem erfolgreichen Selbstmanagement sein können.
Ziele setzen und erreichen
Das meiner Meinung nach wichtigste Element des Selbstmanagements ist das Bestimmen deiner Ziele. Denn nur wenn du weißt, wo du hinmöchtest, kannst du entsprechend handeln.
Dabei gibt es kein richtiges Level von Zielgenauigkeit. Manche Selbstständige fühlen sich motiviert, wenn sie ein konkretes Ziel haben. Andere reagieren mit einer inneren Verweigerungshaltung auf genaue Vorgaben.
Falls du zur ersten Gruppe gehörst, bietet sich die SMART-Methode. zur Zielfestlegung an. Bei dieser werden die Ziele konkret formuliert, damit sie erreichbar, überprüfbar und somit erfolgreich umsetzbar sind.
- Das S steht dabei für spezifisch: Das bedeutet, dass das Ziel präzise und mit wenigen Worten beschrieben werden soll. Hilfreich können dabei die Fragewörter Wer, Was, Wie und Wo sein.
- Das M steht für messbar: Anhand welcher handfesten Kriterien kannst du überprüfen, ob du dein Ziel erreicht haben wirst?
- Das A steht für attraktiv: Nur wenn du für dich eine (im besten Fall innere) Motivation findest, warum du das Ziel erreichen möchtest, wirst du auch bei Herausforderungen weiter an deinem Ziel arbeiten.
- Das R steht für realistisch: Achte darauf, dass das Ziel erreichbar ist. Nichts ist so demotivierend, wie ein zu hoch gestecktes Ziel, was wiederholt nicht erreicht wird.
- Das T steht für terminiert: lege eine klare (und damit messbare) Terminvorgabe fest. Dies ist besonders wichtig, da die Motivation häufig noch mal steigt, je näher eine Deadline rückt.
Theoretisch ist es optimal, dein Ziel SMART zu formulieren. Doch wie immer gilt: du darfst deinen Weg finden, diese Vorgabe in deine Selbstständigkeit zu übertragen. Vielleicht sind dir einzelne Buchstaben besonders wichtig, die anderen vernachlässigst du erst mal. Vielleicht erstellst du dir mit der Methode eine detaillierte Jahres-, Quartals-, Monats- und Wochenplanung – oder nur eins davon.
Wenn du zu den Menschen gehörst, die konkrete Ziele demotivierend finden, dann ist das Konzept eines Polarsterns für dich vielleicht passender. Dafür malst du dir aus, was du irgendwann erreicht haben möchtest. Das könnte die Rente mit 55 sein. Der Auftritt als Expert*in in einer Fernsehshow. Oder etwas ganz anderes. Und dann richtest du dein alltägliches Handeln und deine anstehenden Entscheidungen immer wieder danach aus. Dafür kannst du dir zum Beispiel die Frage stellen: „Bringt mich dieses Handeln näher an meinen Polarstern?“
Aufgaben priorisieren: So behältst du den Fokus
Die zweitwichtigste Fähigkeit für ein erfolgreiches Selbstmanagement ist das Setzen von Prioritäten. Denn Selbstständige haben zu jeder Zeit unendlich viele Aufgaben auf ihrem Schreibtisch. Und sie können stundenlang hart arbeiten – der Erfolg ihrer Arbeit hängt jedoch entscheidend davon ab, ob sie die richtigen Aufgaben angehen.
Doch wie kannst du sinnvolle Prioritäten setzen? Die Basis bilden deine persönlichen Ziele (siehe vorheriges Kapitel). Nur wenn du weißt, wo du hinmöchtest, kannst du einerseits die notwendigen Aufgaben zur Erreichung der Ziele festlegen. Und andererseits priorisieren, in welcher Reihenfolge sie angegangen werden müssen, um deine Ziele zu erreichen.
Bevor ich dir eine passende Methode vorstelle, möchte ich dir noch einen ganz praktischen Tipp geben: in der Selbstständigkeit hast du 1.000 Dinge im Kopf – darum tu dir etwas Gutes und befrei ihn von den schier endlosen Aufgaben, die dauernd darin umherschwirren. Du wirst sehen, wie erleichternd es ist, wenn du alle Aufgaben an einem festen Platz (egal ob digital oder analog) aufschreibst. Und zwar im besten Fall direkt dann, wenn sie dir einfallen.
Diese Liste kann durchaus lang sein. Und das ist okay, denn sie dient dafür, dass du nicht immer an alles denken musst. Und sie ist die perfekte Basis, um deine Prioritäten festzulegen und dich selbst besser zu organisieren.
Bei der Priorisierung empfehle ich die Eisenhower-Matrix, die auf Aussagen vom amerikanischen Präsidenten Dwight D. Eisenhower von vor rund 60 Jahren beruht – und immer noch relevant ist. Dafür bewertest du alle Aufgaben deiner Liste anhand der Kategorien Wichtig und Dringend (jeweils ja/nein).
Lege hierbei einen zeitlichen Rahmen fest, d.h. für welchen Zeitraum machst du die Einteilung? Für den heutigen Tag? Für die kommende Woche? Oder für das nächste Quartal?
Bleibe bei der Einteilung in wichtig/dringend objektiv. Egal ob du Lust auf die Aufgabe hast oder nicht. Lass deine Motivation in diesem Schritt komplett beiseite, dafür ist später noch Zeit. Jetzt geht es um sinnvolle Prioritäten.
Die wichtigen und dringenden Aufgaben landen dabei ganz oben auf deiner Prioritätenliste. Dringende, aber nicht wichtige, Aufgaben kommen darunter. Bei den wichtigen, aber nicht dringenden Aufgaben, kannst du anhand deiner zeitlichen Ressourcen entscheiden, ob du sie auf deine Prioritätenliste setzt, oder ob du sie für einen späteren Zeitpunkt terminierst. Und die unwichtigen und nicht dringenden Aufgaben streichst du komplett von deiner Aufgabenliste.

Eisenhower-Matrix angewandt auf Selbstständige, eigene Darstellung
Praxisbeispiel:
Persönlich habe ich eine gute Routine für mein Aufgabenmanagement mit dem digitalen Selbstmanagement Tool „Notion“ (unbezahlte Werbung durch Nennung) entwickelt. Auf einer separaten Seite sammel ich alle Aufgaben, die mir in den Kopf kommen. Das geht über ein Widget an meinem Handy innerhalb von wenigen Sekunden. Am Anfang einer jeden Arbeitswoche scanne ich die lange Liste mit Aufgaben und bewerte sie gedanklich nach den Kategorien wichtig/dringend. Als Ergebnis schiebe ich alle Aufgaben, die ich für die aktuelle Arbeitswoche priorisiere, in einen separaten Bereich. Dieser dient mir dann als Grundlage für meine kommenden Tage – ich schau ihn täglich mehrfach an und hake die erledigten Aufgaben ab.
Du möchtest tiefer in das Thema einsteigen? Hier geht es zu meinem Beitrag „Prioritäten setzen als Selbstständige„.
Aufgaben effizient planen & strukturieren
Du hast deine Prioritäten gesetzt, im besten Fall für einen konkreten Zeitraum (wie zum Beispiel die aktuelle Woche). Wie schaffst du es jetzt, diese Aufgaben auch zu erledigen?
Wenn du ein Freund von klaren Strukturen und festen Plänen bist, kannst du die Selbstmanagement Methode Timeblocking nutzen. Dabei reservierst du in deinem Kalender feste Zeiten für ähnliche Aufgaben, wie zum Beispiel „Fokuszeit“, „Buchhaltung“ oder „Emails beantworten“. Diese Einteilung berücksichtigt im besten Fall dein untertägig schwankendes Energielevel. Und kann dir als dauerhafter Rahmen für jede Arbeitswoche dienen.
Alternativ kannst du Timeboxing nutzen, das heißt du blockst jeder konkreten Aufgabe auf deiner aktuellen Prioritätenliste einen festen Zeitraum in deinem Kalender. Dabei siehst du auch direkt, ob dein geplantes Arbeitspensum zu deiner verfügbaren Zeit passt. Gleichzeitig ist diese Vorgehensweise optimal, um dem Parkinsonsche Gesetz entgegenzuwirken. Laut diesem nimmt eine Aufgabe so viel Zeit in Anspruch, wie wir ihr zur Verfügung stellen. Indem wir feste Zeiträume definieren, können wir also steuern, wie viel Zeit wir benötigen.
Wenn dich feste Strukturen beim Selbstmanagement mehr blockieren als motivieren, dann kannst du auch spontan entscheiden, welche Aufgabe du als nächstes angehen möchtest. Um dem Risiko zu entgehen, die wichtigsten Aufgaben auf diese Weise doch wieder aufzuschieben, möchte ich zwei verschiedene Ansätze vorstellen, mit denen du herausfindest, in welcher Reihenfolge du deine Prioritätenliste abarbeiten kannst.
Die erste ist die Eat that frog-Methode. Bei dieser widmest du dich zuerst der Aufgabe, die am schwierigsten oder unangenehmsten ist. Dadurch eliminierst du direkt zu Beginn den größten Stressfaktor, und erhältst dadurch einen ordentlichen Motivationsschub.
Alternativ kannst du auch die „The One“-Methode nutzen: Dabei gehst du die Aufgabe als erstes an, durch deren Erledigung alle anderen Aufgaben (langfristig) einfacher werden oder sogar ganz wegfallen. Der Vorteil bei dieser Selbstmanagement-Methode ist, dass du dir das Leben kontinuierlich einfacher machst, und so deine Ressourcen höchst effizient einsetzt.
Alles im Griff mit durchdachter Zeitplanung
Zeitmanagement bedeutet, die vorhandene Zeit effizient zu nutzen, um möglichst viele wichtige Aufgaben zu schaffen. Als Grundlage dienen dabei die Ergebnisse der vorherigen Kapitel, also klare Ziele, Prioritäten und eine strukturierte Aufgabenplanung.
Darauf aufbauend können Selbstständigen mit einem gelungenen Zeitmanagement entweder mehr zentrale Aufgaben in derselben Zeit erledigen, um so ihren Umsatz zu steigern. Oder sie können ihre Aufgaben schneller bewältigen und dadurch mehr Freizeit zu gewinnen. Denn als Selbstständige kannst du flexibel entscheiden, wie viele Stunden du arbeitest.
Um in deiner gegebenen Zeit mehr wichtige Aufgaben anzugehen, stelle ich dir zwei Ansätze vor:
Die 40-30-20-10-Regel teilt deine Zeit auf die wichtigsten Aufgaben auf. Du widmest 40 % deiner Zeit der Aufgabe mit der höchsten Priorität, 30 % der zweitwichtigsten, 20 % der drittwichtigsten und 10 % dem Rest. Diese Verteilung hilft dir, kontinuierlich an den wichtigsten Themen zu arbeiten und deine Zeit nicht mit unwichtigen Aufgaben zu verschwenden.
Ein zweiter Ansatz, den ich speziell für Selbstständige entwickelt habe, basiert auf dem Prozessmanagement. Alle Aufgaben werden in drei Kategorien unterteilt: wertschöpfend (direkt umsatzgenerierend), wertschaffend (zukünftig umsatzgenerierend) und werterhaltend (notwendig, aber ohne direkten oder zukünftigen Umsatz). Abhängig von deinen persönlichen Zielen (Businessaufbau, Reifephase, Expansion etc.) bestimmst du, wie viel Zeit in jede Kategorie fließen sollte, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.
Wenn du deine Aufgaben effizienter abarbeiten möchtest, um weniger Zeit dafür zu benötigen, gibt es auch zwei verschiedene Ansätze:
Mit der Pomodoro-Technik strukturierst du deinen Tag in 25-Minuten-Arbeitsblöcke, getrennt durch 5 bzw. 30 Minuten-Pausen. Durch die konzentrierten Arbeitsphasen und die regelmäßigen Pausen fällt es deutlich leichter, die Aufgaben konsequent zu erledigen.
Bei der 2-Minuten-Regel aus David Allens Buch „Getting Things Done“ erledigst du alle Aufgaben, die weniger als 120 Sekunden dauern, sofort, statt sie auf später zu schieben. Dadurch gewinnst du mittelfristig Zeit und sparst Energie, weil das wiederholte Wahrnehmen einer noch nicht erledigten Aufgabe jedes Mal Ressourcen auffrisst.
Zuletzt habe ich noch zwei weitere Tipps, um dich allgemein selbst besser zu organisieren: Schalte Störquellen wie Emails und Benachrichtigungen während der Arbeit aus, denn nach jeder Ablenkung brauchst du wieder Zeit, um dich in deine Aufgabe zu denken. Und vermeide Multitasking. Entgegen der weitläufigen Meinung ist mittlerweile wissenschaftlich mehrfach bewiesen, dass es ineffizient ist.
Entscheidungen fundiert und selbstbewusst treffen
Du fragst dich wahrscheinlich, was die Fähigkeit, gute Entscheidungen treffen zu können, mit Selbstmanagement zu tun hat. Eine ganze Menge!
Zum einen fällt es dir deutlich einfacher, Entscheidungen fundiert zu treffen, wenn du dich gut selbst managen kannst – zum Beispiel weil du deine Ziele kennst und durch effizientes Aufgabenmanagement genügend Ressourcen für die Entscheidung hast.
Zum anderen ist die Entscheidungskompetenz elementar wichtig für dein Selbstmanagement. Denn nichts ist so hinderlich wie eine aufgeschobene Entscheidung. Sie benötigt extrem viele Ressourcen, weil du immer wieder über sie nachdenkst. Und sie lähmt im täglichen Handeln, da bestimmte Aufgaben nicht angegangen werden (können), weil die Rahmenfaktoren noch nicht feststehen.
Wie also triffst du Entscheidungen fundiert und selbstbewusst?
Meinen Kund*innen stelle ich zuerst zwei Fragen:
- Muss die Entscheidung jetzt getroffen werden?
Viel zu häufig wird Zeit und Energie ins Grübeln gesteckt, obwohl die Entscheidung noch gar nicht fällig ist. Was im Zweifel dazu führt, dass sich Rahmenfaktoren noch mal ändern, wodurch du wieder von vorne anfangen musst. Falls die Antwort auf die Frage also Nein lautet, schieb sie gedanklich zur Seite, setz dir ggfs. eine Erinnerung – und warte, bis sie fällig ist.
- Hast du alle Infos, um die Entscheidung treffen zu können?
Ohne sämtliche notwendigen Infos zu kennen, macht es keinen Sinn, zu Grübeln. Denn eventuell gehen deine Gedanken noch mal in eine ganz andere Richtung, wenn du die fehlenden Infos erhältst. Also heißt es zuerst einmal recherchieren.
Und erst wenn du beide Fragen mit Ja beantworten kannst, geht es an die Entscheidungsfindung. Dabei können dir folgende Methoden helfen:
Pro- und Contra-Liste:
Klingt langweilig, ist meiner Erfahrung nach aber in ihrer Einfachheit unübertroffen, vor allem durch das Vor-Augen-Führen. Zusätzlich kannst du die einzelnen Argumente auch gewichten, z.B. indem du besonders wichtige markierst oder indem du jedem Argument eine Punktzahl (z.B. 1 bis 3) gibst und die Gesamtpunkte bestimmst.
Stopp das Schwarz-Weiß-Denken:
Die Entscheidung zwischen zwei Optionen fällt dir schwer? Dann mach dir bewusst, dass uns zu Beginn zwar meistens nur 2 Lösungen einfallen – aber dass es mindestens 5 weitere Optionen gibt. Durch die Formulierung von alternativen Optionen wirst du einfacher zu einer Entscheidung kommen.
Grenz die Optionen ein:
Die Auswahl ist groß und du kannst dich nicht entscheiden? Das klassische Joghurt-Regal-Dilemma. Wenn es 100 Sorten gibt, kaufen wir am Ende doch keinen oder nehmen einen, den wir schon immer genommen haben. Wenn allerdings die Auswahl (von uns) kleiner gemacht wird, fällt uns die Entscheidung einfacher. Also triff eine Vorauswahl, schließe Optionen nach bestimmten Kriterien aus – und geh dann noch mal an die Entscheidung. Es wird dir deutlich einfacher fallen.
Und zuletzt noch ein Tipp für deine Entscheidungsfindung: häufig beobachte ich, dass sich Menschen nicht trauen, eine Entscheidung zu treffen, weil sie denken, es wäre unumkehrbar. Dabei ist dies in den seltensten Fällen so. Mietverträge können gekündigt werden, Anschaffungen wieder verkauft, Jobs können neu gesucht werden. Also überleg dir den Worstcase und eine Exitstrategie – und triff dann mit ruhigerem Gewissen eine Entscheidung.
Selbstreflexion für mehr Planbarkeit
Nun hast du verschiedene Selbstmanagement-Tools kennengelernt und bist vielleicht schon motiviert, sie auszuprobieren. Dafür möchte ich dir noch eine wichtige Sache mitgeben: es wird wahrscheinlich eine Zeit lang dauern, bis du Routinen und Erfahrungen für ein funktionierendes Selbstmanagement gefunden hast. Du wirst dir vielleicht Ziele setzen und krachend daran scheitern. Oder du wirst dir stundenlang ein elektronisches Tool zur Aufgabenplanung einrichten – nur um es nach 2 Wochen nicht mehr zu nutzen.
Das ist auf den ersten Blick ärgerlich. Doch nun möchte ich dir eine Geheimwaffe vorstellen, die jeden Misserfolg in einen Erfolg verwandelt: die Selbstreflexion. Denn egal, ob etwas gut oder schlecht gelaufen ist: durch das Reflektieren des eigenen Handelns lernst du dich, deine Fähigkeiten, deine Ressourcen und dein Business besser kennen. Und dadurch wird dein Selbstmanagement in Zukunft Stück für Stück besser.
Beispiel gefällig? Als ich diesen Blog angefangen habe, war ich hochmotiviert. Ich habe mir in meiner Quartalsplanung vorgenommen, 5 Artikel innerhalb 3 Monate zu schreiben. Tatsächlich geschafft habe ich 1 – ich hatte den zeitlichen Aufwand komplett unterschätzt und konnte keine Schreibroutine entwickeln. Also habe ich mein Ziel fürs Folgequartal auf 2 korrigiert und mir Unterstützung für den SEO-Teil gesucht. Dadurch konnte ich meine Ressourcen besser händeln und hatte am Ende ein Erfolgserlebnis.
Frag dich darum zum Beispiel folgendes bei deiner Selbstreflexion:
- Was lief gut? Was nicht?
- Wobei hab ich mich wohlgefühlt? Wobei nicht?
- Was hatte ich bei meiner Planung vergessen zu berücksichtigen?
- Was hat mir gefehlt (Wissen, Tool, Fähigkeiten etc.), um mein Ziel zu erreichen?
- Wie würde ich das Thema mit meinem heutigen Wissen angehen?
Diese Fragen kannst du dir am Ende eines Projekts (z.B. eines Kundenauftrags) oder beim (Nicht-) Erreichen eines Ziels stellen. Oder du reflektierst dich in regelmäßigen Abständen, wie zum Beispiel alle zwei Wochen.
5 sofort umsetzbare Tipps für dein Selbstmanagement
- Nimm dir 15 Minuten und reflektiere als erstes dein bisheriges Selbstmanagement. Die Fragen vom vorherigen Kapitel können dir dabei helfen. Dadurch wirst du schnell ein Gefühl dafür bekommen, wo deine Stärken und Schwächen liegen. Und welche Methoden für dich gut passen könnten.
- Der größte Störfaktor für ein gutes Selbstmanagement ist meiner Meinung nach das Smartphone – es lenkt uns durch regelmäßiges Pingen ab, und verlockt mit einer Vielzahl an zeitraubenden Apps. Also leg es außerhalb deiner Reichweite ab, und schalte so viele Benachrichtigungen auf stumm wie möglich – ganz besonders in den Zeiten, wo du konzentriert arbeiten möchtest.
- Die Entwicklung eines guten Selbstmanagement ist dauerhafte Arbeit, daher sei nicht zu streng mit dir und probiere eins nach dem anderen aus, statt in blinden Aktionismus zu verfallen. Wenn du konsequent daran arbeitest, für dich passende Methoden zu etablieren, wirst du am Ende Erfolg haben.
- Eine schnelle Entscheidung muss her, aber du hast dich in den Argumenten verrannt? Zähl laut von 3 rückwärts runter und sag direkt danach, wofür du dich entscheidest. In vielen Fällen kann so das Unterbewusstsein zum Zug kommen, was schon lange weiß, was richtig ist.
- Manchmal ist es einfach verhext und nichts läuft: statt verbissen dranzubleiben, gönn dir eine ganz bewusste Auszeit. Denn auch wenn es schwer fällt, weil die Aufgabenliste so lang ist: am Ende wirst du dein Ziel schneller erreicht haben.
Fazit: Selbstmanagement lernen = entspanntes Business haben
Zum Schluss möchte ich dir noch mal sagen, dass ich weiß, wie komplex und herausfordernd das eigene Selbstmanagement ist. Gleichzeitig gibt es wohl kaum eine wichtigere Fähigkeit für Selbstständige. Denn sie ermöglicht es, langfristig erfolgreich und zufrieden in der Selbstständigkeit zu sein, ohne dabei auszubrennen oder wesentliche Lebensbereiche zu vernachlässigen.
Darum hoffe ich, dir ein paar Impulse für deine eigene Reise mitgegeben zu haben, und wünsche dir alles Gute dabei!
